Susanna Kulli

 
 

PORTRAIT Galerie Susanna Kulli, Zürich

Susanna Kulli established her gallery in St. Gallen, Switzerland, in 1983. Lorem ipsum dolor sit amet, non libero turpis risus fringilla, erat etiam, class vestibulum dolor excepteur lectus. Morbi diam in a, erat cubilia elit ante in, ultrices fames scelerisque. Pellentesque dui etiam enim egestas, vel ornare est sed erat duis quam, odio etiam est, wisi amet neque justo corporis viverra. Viverra ligula hymenaeos a ultrices metus, quis felis in, ut adipiscing sed posuere, luctus dolor laoreet. Facilisi egestas mauris at libero metus,

Künstlerliste: John M. Armleder, Henry Codax, Jean Crotti, Louis de Cordier, Silvie Defraoui, Gaylen Gerber, Peter Z. Herzog, Thomas Hirschhorn, Armin Hofmann, Shila Khatami, Stéphane Kropf, Jean-Luc Manz, Thom Merrick, Gerhard Merz, Olivier Mosset, Maurizio Nannucci, Michael Noser, Gerwald Rockenschaub, Adrian Schiess, Bertold Stallmach, Vanessa van Obberghen

 

 
Susanna Kulli und John Armleder.

Susanna Kulli und John Armleder.

 
 

Gespräch am 18. Januar 2018

Jochen Hesse und Christina von Rotenhan mit Susanna Kulli in Auszügen

 
Das New York von Sankt Gallen
 
 
 
Adrian Schiess, Ausstellungsansicht, Susanna Kulli Galerie, St. Gallen (Foto: Heinz Köppel)

Adrian Schiess, Ausstellungsansicht, Susanna Kulli Galerie, St. Gallen (Foto: Heinz Köppel)

SK: «1988 bezog ich in St. Gallen eine neue Galerie mit unglaublichen 350 Quadratmeter. Den Raum erhielt ich nur als Provisorium, ohne feste Zusicherung. Damals habe ich solche Risiken nicht gescheut und habe die 350 Quadratmeter umgebaut, gestrichen und Einbauten getätigt. Die entstehende Situation liess die Herzen jedes Künstlers hochschlagen, allen voran Helmut Federle. Aber auch Adrian Schiess konnte zum ersten Mal mehrere seiner flachen Arbeiten gleichzeitig zeigen. Er war selbst wirklich verblüfft aber auch glücklich seine Arbeit so funktionieren zu sehen.»

JH: «Also das war so ein bisschen ein Loft-Gefühl, das New York von Sankt Gallen.»

SK: «Ja das waren damals wohl die größten Galerie Räume in der Schweiz überhaupt. Es gab ja die Kunsthalle in Zürich zum Beispiel noch nicht. Und so sprach man bis in die Romandie von diesen Räumen».

 
 

SK: «In St. Gallen herrschte in den 70er und 80er Jahren eine wirklich gute Energie, neben der Galerie Buchmann war die Erker Galerie ein wichtiger Treffpunkt. Was man unbedingt bedenken muss, ist, dass das Kunstmuseum St. Gallen, von 1970 bis zur Wiedereröffnung in 1987, geschlossen war. Man stelle sich mal vor, der FC St. Gallen hätte 17 Jahren kein Fußballfeld zur Verfügung gehabt, was wäre da passiert? In dieser museumslosen Zeit, vor allem dann Anfang der 80er Jahre, war die Kunst-Szene in Sankt Gallen sehr lebendig und stand mit Zürich in einem regen Austausch. Wir hatten mit Josef Felix Müller, der bei Christophe Ammann in der Kunsthalle Basel ausgestellt hatte, auch einen internationalen Künstler. Dann gab es noch Thomas Howeg, der Buchhändler und Verleger aus Zürich, der an der Hochschule St. Gallen Fluxus Perfomances veranstaltete. Diese Zeit erlebte ich als sehr dynamisch.»

ECART, Galerie Susanna Kulli, 1993

ECART, Galerie Susanna Kulli, 1993

 
Archiviert habe ich oft in einem Moment, der Unsicherheit und des Zweifelns. Bevor man sich dann mit anderen zu vergleichen beginnt habe ich auf mein Archiv zurückgegriffen.
 
 
Thomas Hirschhorn, Layout, Galerie Susanna Kulli 1993

Thomas Hirschhorn, Layout, Galerie Susanna Kulli 1993

JH: «Die Zentralbibliothek hatte das grosse Glück von Susanna Kulli das gesamte Galerie-Archiv zu bekommen. Und man muss festhalten, das ist ein fantastisch archiviertes Archiv. Alles ist genau beschriftet und perfekt aufgearbeitet. Warum war dir das Archiv als Teil deiner Galerietätigkeit so wichtig?»

SK: «Also in der Erker-Galerie, in der ich früher gearbeitet habe, gab es ein Handschriftenarchiv. Es war mir also schon früh bewusst, dass Handschriften durchaus gesammelt werden. In den 80er Jahren dann als Galeristin haben wir dann viel mit Fax korrespondiert. Diesem Papier habe ich von Anfang an misstraute und ich habe jedes Fax gleich kopiert und abgelegt und so habe ich den großen Teil der Korrespondenz mit John Armleder, Olivier Mosset oder Thomas Hirschhorn, aber auch ganze Projektbeschriebe abgelegt und aufgehoben. Archiviert habe ich oft in einem Moment, der Unsicherheit und des Zweifelns. Bevor man sich dann mit anderen zu vergleichen beginnt habe ich auf mein Archiv zurückgegriffen. Beim Durchgehend der Adresskartei und der eigenen Notizen wurden Gespräche, Begegnungen und Ideen wieder lebendig und haben mir oft neue Energie verliehen.»

JH: «Für uns ist das Susanna Kulli Galerie Archiv ein Glücksfall. Befasst man sich mit Galeriearchiven wird immanent, wie wichtig solche für die zeitgenössische Kunstgeschichte sind. So ist im Kulli Archiv zum Beispiel mit dem Thomas Hirschhorns Ausstellung Swiss-Swiss Democracy im Centre Culturel Suisse, Paris 2004 einer der grossen Kunstskandale wunderbar dokumentiert. Dann birgt das Archiv aber auch die Möglichkeit, gerade bei Hirschhorn, ganze Werkgenesen zu verfolgen – Beispielsweise bei Winterlandschaft Davos oder auch bei Flughafen Welt, von den ersten Ideen Skizzen, über die Ausstellungen, das archivieren des Werks bis hin zum Kauf durch ein Museum. Daneben wird ersichtlich, dass Galeriegeschichte immer auch Stadtgeschichte ist.»

SK Susanna Kulli / JH Jochen Hesse

 

 
Christina von Rotenhan